{"id":223,"date":"2015-11-08T22:39:42","date_gmt":"2015-11-08T21:39:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gertis.de\/?p=223"},"modified":"2015-11-10T13:37:38","modified_gmt":"2015-11-10T12:37:38","slug":"statt-eines-leitartikels-anpassung-an-unsere-grundwerte-erforderlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gertis.de\/?p=223","title":{"rendered":"Statt eines Leitartikels&#8230;"},"content":{"rendered":"<h1>Anpassung an unsere Grundwerte erforderlich<\/h1>\n<p>Eine Invasion des Ressentiments \u00fcberschwappt Deutschland, die demokratische Grundwerte zu Boden tritt. Ohne Zweifel ist es unsere Aufgabe, die Sorgen von Menschen ernst zu nehmen, die ihre kleine heile Welt bedroht sehen. Aber es ist ungemein schwer, diese von den Menschen zu unterscheiden, die von Rassismus getrieben sind oder denen es nur um Hetze und Gewalt geht.<\/p>\n<p>Wenn man die aktuellen \u00c4u\u00dferungen vermeintlich besorgter B\u00fcrger wahrnimmt, dann ist nicht zu \u00fcbersehen, dass viele etwas in die Jahre und meist zu etwas Ansehen und Wohlstand gekommene M\u00e4nner als Sprecher des Volkes auf die Stra\u00dfen gehen, weil sie hier ein willf\u00e4hriges Publikum f\u00fcr ihre Frustration vorfinden oder das zumindest glauben.<\/p>\n<p>Sicher brauchen wir angesichts des Bildungsnotstandes gerade heute engagierte, gut ausgebildete P\u00e4dagogen, die auch in Zukunft mithelfen unser demokratisches und solidarisches Miteinander zu gestalten. Die selbsternannten &#8222;Verteidiger des Abendlandes&#8220; haben in der Vergangenheit allerdings nicht gerade bewiesen, dass sie im Umgang mit Andersdenkenden die Werte respektieren, die zu sch\u00fctzen sie vorgeben.<\/p>\n<p>Viele ihrer Sprecher bekennen nicht, wes Geistes Kind sie sind, und sie kommen nicht mit den ehrlichsten Absichten. Vergleicht man diese mit unseren ethisch-moralischen Vorstellungen, dann werden verfassungsm\u00e4\u00dfige Grunds\u00e4tze unserer Gesellschaft wie die W\u00fcrde des Menschen oder die freie Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit nicht gerade angemessen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Es ist leider nicht selten, dass diese oft eingebildeten M\u00e4nner ein gest\u00f6rtes Verh\u00e4ltnis zu ihrer eigenen Sexualit\u00e4t haben. Vor dem Hintergrund ihrer Vorstellungen von der Rolle der Frau in ihrer spie\u00dfb\u00fcrgerlichen Kultur bleibt die Frage, wie sie, ohne mit den freiheitlichen Werten unserer Gesellschaft in Konflikt zu geraten, ihre Verklemmungen f\u00fcr sich behalten und die bunte Vielfalt von Partnerschaften in Deutschland ertragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit einer undifferenzierten Toleranzkultur k\u00f6nnen wir diese Probleme nicht l\u00f6sen und es gibt viele Frauen und M\u00e4nner, die als Eltern heranwachsender Kinder die nahezu ungehemmten Ressentiments mit sehr vielen Sorgen betrachten. Schon jetzt h\u00f6rt man aus vielen Orten in Gespr\u00e4chen mit Bekannten, das es zu verbalen Entgleisungen im t\u00e4glichen Leben, sogar in \u00f6ffentlichen Einrichtungen und Schulen kommt.<\/p>\n<p>Auch als verantwortungsbewusster Mitb\u00fcrger stelle ich mir die Frage: Wie k\u00f6nnen unsere Kinder so aufkl\u00e4ren, dass sie sich nicht auf ein oberfl\u00e4chliches geistiges Abenteuer mit vermeintlich einfachen Antworten von Brandstiftern einlassen, die vorgeben, Werte zu vermitteln?<\/p>\n<p>Auf &#8222;Spiegel online&#8220; bemerkt Sibylle Berg am 07.11.2015 treffend: \u201eAb und zu wird mir von \u00e4lteren Herren berichtet, die nur bei der Nennung meines Namens angeblich rot anlaufen und sich danach in minutenlangen Hass- und Gewaltausbr\u00fcchen verlieren. S\u00fc\u00df. Wenn die mich sehen k\u00f6nnten, im Pyjama am Computer, junge Katzen essend! Was sie da hassen, ist ihre Unf\u00e4higkeit, Entwicklungen gelassen zu beobachten.\u201c<\/p>\n<p>Ja, wir brauchen Grundwerte: Werte, die es wert sind, unser Zusammenleben zu begr\u00fcnden. Das kann durch kein Gesetz erzwungen werden. Unsere Grundwerte werden erst in gegenseitiger Wertsch\u00e4tzung und Solidarit\u00e4t lebendig.<\/p>\n<p>Es kann nicht sein, dass frustrierte Spie\u00dfb\u00fcrger verlangen, dass in unseren Schulen ihre Ressentiments vermittelt und ausgelebt werden k\u00f6nnen. Hinzu kommt noch, dass in sozialen Brennpunktschulen mit bersorgtb\u00fcrgerlichem Lehreranteil, Menschen, die auf unsere Solidarit\u00e4t angewiesen sind, beschimpft und sogar gedem\u00fctigt werden. Wir m\u00fcssen unmissverst\u00e4ndlich klarmachen, dass diejenigen, die hier unterrichten, unsere Grundwerte zu vertreten haben und nicht umgekehrt wir ihre Ressentiments<\/p>\n<p>Beim Vermitteln westlicher Werte k\u00f6nnten P\u00e4dagogen wichtige Arbeit im Sinne einer wirklichen Integration von Menschen in unsere Gesellschaft leisten: Vielfalt, Toleranz, lebendige Wertsch\u00e4tzung zu lehren, ohne Differenzen und Probleme zu leugnen. Es gilt Br\u00fccken zu bauen und voneinander zu lernen.<\/p>\n<p>Die Fehler aus der Vergangenheit \u2013 besonders in den Jahren nach der Wiedervereinigung \u2013 wo in einigen Gebieten Parallelgesellschaften mit ungebildeter Deutscht\u00fcmelei entstanden, deren Anh\u00e4nger kaum Bereitschaft zeigten, sich ernsthaft in demokratische Diskurse zu integrieren, d\u00fcrfen sich keinesfalls wiederholen.<\/p>\n<p>Hier tragen wir alle die Verantwortung. Schwarz-Braun-Malerei ist eine Gefahr!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anpassung an unsere Grundwerte erforderlich Eine Invasion des Ressentiments \u00fcberschwappt Deutschland, die demokratische Grundwerte zu Boden tritt. Ohne Zweifel ist es unsere Aufgabe, die Sorgen von Menschen ernst zu nehmen, die ihre kleine heile Welt bedroht sehen. 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